Weser-Kurier: Kommentar von Ben Zimmermannüber Nordkoreas Atomtest

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Hat er sie nun, oder hat er sie nicht? Es mag
derzeit noch zweifelhaft sein, ob Nordkoreas Diktator wirklich eine
Wasserstoffbombe zünden ließ. Jenseits jeglichen Zweifels dagegen
ist, was Kim Jong Un mit dem Atomtest bezweckt: Er demonstriert aller
Welt – und seinen Untertanen – seine Macht und seine
Unnachgiebigkeit. Und er zeigt unmissverständlich, dass sich
Nordkorea ein einsatzfähiges Atomwaffenarsenal zulegen will. Über die
Gründe, warum Pjöngjang wann was macht, kann wie immer nur spekuliert
werden. Wahrscheinlich ist, dass sich Kim Jong Un angesichts der
vielen Krisen in der Welt wieder ins Gedächtnis zurückbomben wollte.
Während die internationale Gemeinschaft auf die blutigen Konflikte im
Nahen Osten schaut, drohte der Jung-Diktator in Vergessenheit zu
geraten. Kim ist klar: Die Atombombe ist seine Lebensversicherung.
Ein Regime-Change, wie ihn die Amerikaner im Irak praktiziert hatten,
kommt bei einer Nuklearmacht nicht in Betracht. Und deshalb denkt er
auch gar nicht daran, sich dieses Instrument, mit dem er die Welt
nach Belieben erpressen kann, auf dem Wege von Verhandlungen aus der
Hand nehmen zu lassen. Sanktionen werden den Diktator kaum
beeindrucken. Lieber lässt er sein Volk verhungern, als sich dem
Willen der Weltgemeinschaft zu beugen. Den geschundenen Nordkoreanern
wäre ein besseren Start ins neue Jahr zu wünschen gewesen.

Pressekontakt:
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