Weser-Kurier: Kommentar von Frauke Fischerüber per Internet mobilisierte Massen

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Als soziale Netzwerke noch nicht erfunden waren
oder in den Kinderschuhen steckten, verbreiteten sich Gerüchte und
Geschichten nur langsam und vom Hörensagen. Irgendwann wurden die
abstrusesten in Büchern als „urbane Legenden“ zusammengetragen. Es
blieb Zeit genug für Gegenrecherche, kritische Distanz, Bestätigung
oder Dementi. Die Spinne in der Yuccapalme, die als ein
Paradebeispiel von Schau(d)ermärchen galt, hat aber längst
ausgedient. Statt Kopfschütteln und gesunder Skepsis mobilisieren
Meldungen in sozialen Netzwerken Massen in einer solchen
Geschwindigkeit, dass für die kritische Nachfrage „Moment! Wer sagt
denn das?“ weder Zeit noch Anlass zu sein scheinen. Das ist
gefährlich. Bis der Wahrheitsgehalt bestätigt oder eine Falschmeldung
entlarvt ist, kann viel passieren. Das zeigen die Demonstrationen in
vielen Städten in den vergangenen Tagen. Dabei ist es gleichgültig,
welche Bevölkerungsgruppe sich aufstacheln lässt. So komfortabel die
sozialen Netzwerke sein mögen, so anfällig machen sie auch.
Eigenverantwortung und kritische Distanz sind gefragter denn je.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
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