Weser-Kurier: Kommentar von Jürgen Theiner über die Unterbringung straffälliger minderjähriger Flüchtlinge

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Das Projekt einer geschlossenen Unterbringung
straffälliger minderjähriger Flüchtlinge soll offenbar gezielt vor
die Wand gefahren werden. Anders lässt sich nicht deuten, was das
Bremer Sozialressort mit seiner Hamburger Partnerbehörde ausgehandelt
hat. Denn Aufwand und möglicher Ertrag des Vorhabens stehen –
zumindest für die Bremer Seite – in einem krassen Missverhältnis.
Bremen stünden in dem geplanten Fünf-Millionen-Bau im Blockland ganze
neun reguläre Unterbringungsplätze für schwerkriminelle minderjährige
Flüchtlinge zur Verfügung, also weit unter Bedarf. Das
Hauptkontingent würde mit Hamburger Problemfällen aufgefüllt. Für die
dortigen Behörden mag das ein tragbarer, wenn auch teurer Deal sein,
nachdem ihre Standortsuche in den Umlandgemeinden der Elbmetropole
nicht von Erfolg gekrönt war. Nun heißt es also: Ab nach Bremen mit
den schlimmsten Rabauken. Im Sozialressort des Senats weiß man genau,
dass dies hier auf massiven Widerstand stoßen wird. Formal gibt es
nun zwar ein Konzept für geschlossene Unterbringung. Doch dass es
krachend durchfällt, ist gewollt.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
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