Weser-Kurier: Kommentar von Markus Decker zur Zwangsarbeit in der DDR

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Am Ende haben die vielen Studien zur Zwangsarbeit
in der DDR ihren Zweck doch noch erfüllt. Mittlerweile weiß man eben
allerhand. Dass Häftlinge arbeiten müssen und dürfen, ist
international Standard. Allerdings geschah dies in der DDR weniger
zur Besserung der Betroffenen als zur Beschaffung von Devisen. Die
Arbeitsbedingungen waren lausig und verletzten in Teilen die
Menschenrechte. Politische Häftlinge wiederum hätten gar nicht
arbeiten dürfen, weil sie zu Unrecht im Knast saßen. Ansonsten lassen
sich Schuld und Unschuld nicht so säuberlich trennen, wie mancher im
Westen das gern hätte. Westdeutsche Konzerne haben zuhauf in der DDR
fertigen lassen, gaben auch Medikamententests in Auftrag. Wenn sie
die Verhältnisse hinter der Mauer nicht kannten, dann hätten sie sie
doch kennen können. Eine staatliche Entschädigung für Betroffene wird
es nicht geben. Von den Unternehmen ist das noch noch viel weniger zu
erwarten. Kaum eines hat sich zu seiner Verantwortung bekannt. Das
Mindeste wäre jedoch, wenn sich die Wirtschaft zu einer finanziellen
Geste der Verantwortung an jene bereit fände, die heute für SED-Opfer
eintreten.

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