Weser-Kurier: Kommentar von Martin Wein zur Kommunalfusion

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Ein Neustart kann wahrhaft beflügeln. Das lässt
sich derzeit im Kreis Cuxhaven erleben, wo sich eine Kleinstadt und
eine Samtgemeinde freiwillig zu einer Mittelstadt vereinigen. Das ist
vielleicht nicht der große Wurf, wie ihn sich Raumordner und
Demografie-Experten im fernen Hannover einst am Schreibtisch
ausgedacht haben. Aber es ist ein guter Anfang, der die betroffene
Bevölkerung mitnimmt. Zwangsfusionen haben auf Dauer selten Früchte
getragen. Das Instrument des Zukunftsvertrages hingegen, das häufig
stark verschuldete Kommunen mit Hilfen zu mehr Sparsamkeit und
Vereinigungslust anregt, trägt hier ganz offensichtlich Früchte. Es
ist bedauerlich, dass nicht viel mehr Kommunen – besonders im
strukturschwachen Nordwesten – von dieser Möglichkeit Gebrauch
gemacht haben. Trotzdem sollte Niedersachsen diesen Weg weitergehen.
Aber: Städte sollten Zentren der Infrastruktur, Versorgung und
Verwaltung bleiben, mit verdichteter Bebauung und erkennbarem Kern.
Synergien in der gemeinsamen Verwaltung dürfen nicht mit noch weiter
ausufernden Gewerbeparks und anderen Fehlentwicklungen bezahlt
werden. Hier braucht es vielleicht neue Definitionen in den
Kategorien der Raumordnung, damit auch künftige Fusionen nicht alle
Vorstellungen von Stadt und Land hinfällig machen.

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