Weser-Kurier: Kommentar von Martin Weinüber den Hafen in Bohmte

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Ein modernes Binnenschiff ersetzt 100 voll beladene
Lkw. Es verbraucht beim Transport nur einen Bruchteil des
Treibstoffes, ist relativ geräuscharm und verursacht keine
Verkehrsstaus. Ein Ausbau der Binnenschifffahrt müsste damit hohe
Priorität haben, wenn die ehrgeizigen Ziele der Energiewende noch
erreicht werden und ein Verkehrsinfarkt auf den Autobahnen verhindert
werden soll. Es hat mithin Sinn, die Bundeswasserstraßen für einen
wirtschaftlich tragfähigen Schiffsverkehr zu ertüchtigen. Es hat
dagegen keinen Sinn, Millionensummen öffentlicher Gelder in
Hafenprojekte zu stecken, die wegen zu geringer Durchfahrtshöhen von
voll beladenen Schiffen auf Jahrzehnte hinaus gar nicht angefahren
werden können. Damit provoziert der Bund nur weitere Subventionen –
für die Binnenschifffahrt. Was am Mittellandkanal derzeit passiert,
ist symptomatisch für das konzeptlose Agieren des Bundes bei seinen
Wasserstraßen. Es ist geradezu zynisch, die Brückensanierung für
unwirtschaftlich zu erklären und zeitgleich Millionen für einen neuen
Kanalhafen bei Osnabrück zu spendieren, zumal wenn nur 40 Kilometer
weiter bereits ein ähnliches Projekt in Planung ist.

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