Weser-Kurier: Kommentar von Peter Voithüber die Dunkelfeldstudie des niedersächsischen Landeskriminalamts

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Niedersachsens Innenminister Pistorius weiß jetzt
eines: dass er nicht viel schlauer ist als 2013, als sein
Landeskriminalamt die erste Dunkelfeldstudie vorstellte. Ja, es ist
erschreckend, wenn nur wenige Prozent aller Sexualdelikte angezeigt
werden. Aber überraschend ist das nicht. Denn die meisten dieser
Delikte geschehen im familiären Umfeld oder werden von den Opfern gar
nicht als Unrecht gesehen. Überdies: Nach den Vorfällen in der
Silvesternacht von Köln dürfte die Sensibilität stark zugenommen
haben, dass sexuelle Belästigung kein Kavaliersdelikt ist. Insofern
sind die von Pistorius vorgestellten Zahlen – sie beruhen auf einer
Befragung vor fast einem Jahr – für die Debatte über den
gesellschaftlichen Umgang mit sexueller Belästigung längst überholt.
In der Studie steht allerdings auch: Die Wahrnehmung der Polizei und
ihrer Arbeit hat sich leicht verschlechtert. Man hätte gerne gewusst,
was der Minister hier politisch zu tun gedenkt. Mehr Polizei auf die
Straße, mehr Schulungen in Sachen Kommunikation mit König Kunde wären
ja denkbar. Die Rede war nur von „Konsequenzen“. Aber konkrete
Antworten? Leider Fehlanzeige.

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