Weser-Kurier: Kommentar von Peter Voithüber die Olympia-Absage Hamburgs

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München wollte nicht, und Hamburg will nun auch
nicht. Nach der anfänglichen Euphorie für die Olympia-Bewerbung im
Jahr 2024 ist das eine faustdicke Überraschung. Und das Nein ist noch
eines: sehr schade. Nicht nur, weil Sport-Deutschland damit das
Signal sendet, kein Ort mehr für weltverbindende
Sport-Großveranstaltungen sein zu wollen. Nein, schade ist es auch,
weil offensichtlich die Terror-Attentate von Paris und das später
abgesagte Fußball-Länderspiel gegen die Niederlande ihre Wirkung
entfalten konnten. Man könnte auch sagen: Die Terroristen haben auch
in Hamburg geschafft, was sie wollten – Angst verbreiten. Die
ehemalige Hockey-Nationalspielerin Britta Becker nannte das Votum
„ein bisschen mutlos“. Ein bisschen? Sicher, der Sport und auch die
Politik dürfen sich nach dem Votum auch an die eigene Nase fassen. Ob
Fifa-Korruptionsskandal, das angeblich gekaufte
Fußball-Sommermärchen, flächendeckendes Doping in der russischen
Leichtathletik – nicht gerade Themen, die eine Stimmung der
Sportbegeisterung in der Bevölkerung erzeugen können. Und die
Politik? Sie trug zur Verunsicherung bei, weil bis zum Ende nicht
klar war, welche Kosten denn nun auf die Hamburger zukommen und wie
viel der Bund übernehmen würde. Das war dilettantisch vorbereitet,
sowohl von Bürgermeister Olaf Scholz als auch von „Sportminister“
Thomas de Maizière. Nun denn, die Bürger haben gesprochen. Hamburg
wird sein Tor zur Welt nicht aufmachen, und Bremen darf seinen
Schlüssel zum Tor nicht umdrehen. Schade, aber immerhin basiert das
Nein auf einem Referendum. Wenigstens was.

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