Weser-Kurier: Kommentar von Ralf Michelüber die Unterbringung von Flüchtlingen

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Die Flüchtlingsdebatte in Deutschland ist endgültig
da angekommen, wo in diesem Land immer alles endet – bei der Frage,
wie man damit Geld verdienen kann. Investoren, Vermieter (auch
private), Makler – sie alle haben die Unterbringung von Flüchtlingen
als lukratives Geschäftsmodell entdeckt. Zu verlockend ist die
Aussicht, Profit aus der Notsituation der Städte und Gemeinden
schlagen zu können, die händeringend nach Unterkünften suchen. Und so
werden leer stehende Häuser, Wohnungen oder auch Hotels mehr schlecht
als recht hergerichtet und dann völlig überteuert angeboten.
„Schäbig“ nennen das die einen, „Marktwirtschaft“ die anderen – so
läuft das halt mit Angebot und Nachfrage. Das eigentlich Bittere
daran: Es scheint keinen Ausweg aus dieser Misere zu geben. Dass es
Menschen gibt, die von der Not anderer profitieren, ist nicht neu.
Warum also sollte es bei dem derzeitigen Flüchtlingsansturm anders
sein? Sich darüber zu entrüsten, bringt nichts. Besser wäre, zu
schauen, ob man nicht selbst irgendwo ungenutzte Räume hat, die zur
Unterbringung von Flüchtlingen geeignet wären. Auch kleine Lösungen
sind gefragt. Aber zu fairen Preisen.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
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