Weser-Kurier: Kommentar von Sara Sundermannüber den Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Bremen

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Ja, eine kleine Minderheit der jungen Flüchtlinge,
die ohne Eltern nach Bremen kommen, sorgt für Ärger. Diese wenigen
fordern Sozialarbeiter und Polizisten heraus, stehlen, spucken,
schlagen, beißen. Manche sind Kindersoldaten gewesen, heißt es,
andere als Straßenkinder aufgewachsen. Für diese Jugendlichen muss
Bremen einen Umgang finden. Doch mit der Ankündigung, sie befristet
einsperren zu wollen, haben Bürgermeister und Senat weder sich selbst
noch der Sache einen Gefallen getan. Die geplante Jugendeinrichtung
ist hochgradig umstritten, sie ist teuer – und sie ist auch noch
nicht da. Jens Böhrnsens Ankündigung, es solle eine geschlossene
Unterbringung geben, legte die Richtung fest, ehe es Zeit gab,
intensiv mit Experten aus der Praxis zu diskutieren, was rechtlich
möglich und praktisch sinnvoll ist. Wie wichtig diese Debatte ist,
sieht man jetzt, denn der Streit hört nicht auf. Nachdem Bremen sich
auf Freiheitsentzug festgelegt hat, scheint es fast unmöglich, noch
zu prüfen, ob nicht Ansätze besser funktionieren, die ohne Einsperren
mit schwierigen Jugendlichen arbeiten. Es wäre aber der wichtigste
erste Schritt gewesen, offen zu fragen, welche Strategie real zum
Ziel führt. Und diese Frage bleibt wichtig. Denn das Thema wird
Bremen noch weiter beschäftigen.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
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