Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwigüber das Bremer Integrationskonzept

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Niemand kann verlangen, dass der Senat mal eben
Probleme löst, die die ganze Welt bewegen und sich mit eigener
Dramatik entwickeln. Niemand kann erwarten, dass gerade einem
finanziell arg beschränkten Land bei einem Integrationskonzept ein
großer Wurf gelingt. Aber man kann erwarten, dass das Papier mehr
beinhaltet als Prüfaufträge, Absichtserklärungen und Beschönigungen.
Das Integrationskonzept ist kein großer Wurf, kein kleiner, nicht mal
ein Wurf. Es beschränkt sich vor allem auf organisatorische Fragen
und blendet unangenehme Fakten aus: Mehr Kita-Plätze?
„Übergangslösungen“ sollen entwickelt werden. Frühe Sprachkurse? Ein
„Sprachgipfel“ soll „Bedarfe erheben“. Erwachsene Flüchtlinge mit
unzureichender Schulbildung? Gibt es in Bremen nicht. Mehr
Polizisten? Anders als in Köln oder Hamburg in Bremen nicht nötig.
Und, besonders heikel: Mehr Schulklassen? „Nicht darstellbar“ – also
müssen sie größer werden. Das Integrationskonzept zeugt gewiss von
gutem Willen, vor allem aber von großer Ratlosigkeit. Es ist ein
Armutszeugnis, insbesondere buchstäblich, aber auch im übertragenen
Sinne.

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