Weser-Kurier: Mirjam Mollüber den EU-Gipfel

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Die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs
auf EU-Ebene sind bekannt für viele Beschlüsse. Aber auch für wenige
Ergebnisse. Gestern war das anders. Beschlossen wurde nichts, was
nicht schon bekannt gewesen wäre. Stattdessen wollen die 27, die dort
ohne einen Vertreter Großbritanniens beieinander saßen, an den
Ergebnissen arbeiten, endlich „liefern“. Sie haben begriffen, dass
die Enttäuschung mit der EU nicht nur bei vielen Briten groß ist –
sondern auch anderswo in Europa immer weiter wächst. Wichtiger als
jede Schlussfolgerung weiterer Gipfel, ist deshalb, dass die
Staatenlenker ihr Versprechen erfüllen – nicht nur gegenüber ihren
Bürgern, sondern auch gegenüber Europa. In Brüssel laut Ja zu rufen
und zu Hause jede Beteiligung zu verleugnen, muss aufhören.
Andernfalls macht sich die Gemeinschaft unglaubwürdig. Dabei geht es
nicht einmal darum, ständig einer Meinung zu sein. Im Gegenteil. Der
Versuch, alle Entscheidungen unisono zu treffen, hat Europa gebremst
und geschwächt. Es ist Zeit, Unterschiede zwischen den
Mitgliedstaaten anzuerkennen – und sie zuzulassen. Dann hat die Union
von morgen auch eine Chance.

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