Weser-Kurier:Über den Begriff Islamischer Staat schreibt Moritz Döbler:

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Der selbst ernannte Islamische Staat ist eine
gotteslästerliche Mörderbande, die für Unterdrückung und Terror
steht. An ihr ist nichts islamisch, und sie ist kein Staat. Und doch
hat sich der Begriff Islamischer Staat in den deutschen Medien
etabliert. Er wird nicht mal in Anführungsstrichen geschrieben, wie
es einst die Springer-Zeitungen bei der DDR taten, und er ist schon
so gängig, dass er zunehmend abgekürzt wird. Wer für den einen ein
Terrorist ist, ist für einen anderen ein Freiheitskämpfer – dieser
Satz stimmt zwar. Aber in ihm steckt die Frage nach der Haltung. Und
hat diese Mörderbande nicht schon eines ihrer Ziele erreicht, wenn
wir sie so nennen, wie sie sich selbst nennt? Wer Sprache prägt,
verändert die Wirklichkeit. Dieser irreführende, anmaßende,
blasphemische Begriff sickert wie ein Gift in unsere Sprache ein.
Darüber haben wir, die Redaktion des WESER-KURIER, seit den
Anschlägen von Paris diskutiert. Und wir haben uns jetzt entschieden:
Künftig werden wir das Wort Daesch verwenden. In Frankreich verhalten
sich viele Medien so – die britische BBC lehnt den Begriff als nicht
neutral ab. Die Entscheidung ist schwer, auch diese Zeitung ist stolz
auf ihre Unabhängigkeit. Daesch ist eigentlich nur die lautmalerische
Abkürzung des gleichen irreführenden Namens, aber auf Arabisch. Doch
hat er sich bei den Gegnern weltweit eingebürgert und wird im
arabischen Sprachraum abwertend verwendet. Wenn wir also die Wahl
haben zwischen zwei umstrittenen Begriffen, dann nehmen wir lieber
diesen. Denn der Daesch verkörpert keinen der Werte, für die unsere
Gesellschaft steht.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
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