Weser-Kurier:Über den Bremer Bausenator Lohse schreibt Peter Voith:

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Pardauz, was für ein Kerl, der grüne Bausenator
Lohse. Macht er doch jetzt den – vorerst gescheiterten – Umbau des
Bahnhofs Blumenthal zur Chefsache. Und per Pressedienst ließ er sogar
wörtlich übermitteln: „Lohse widersprach damit Äußerungen seines
Staatsrates Wolfgang Golasowski, der die Probleme beim Bauvorhaben
auf Seiten des Bauunternehmers Jan-Gerd Kröger gesehen hatte, der
zugleich Präses der Bremer Handwerkskammer ist.“ Dass Konflikte eines
Senators mit seinem eigenen Staatsrat derart offen ausgetragen
werden, ist an sich schon bemerkenswert. Aber dass der Senator sich
nicht mehr an sein Geschwätz von gestern erinnert, das setzt der
Angelegenheit die Krone auf. Denn Lohse selbst war es, der erst kurz
zuvor öffentlich in der Bürgerschaft eben jenen
Handwerkskammer-Präses (nur ohne ihn beim Namen zu nennen) als
„unseriös“ und „unhanseatisch“ hingestellt hatte. Jetzt macht er –
wohl auch auf Druck seiner Partei, die sich gerne der
mittelständischen Wirtschaft gegenüber als wählbar präsentieren
möchte – die 180-Grad-Wende. Und sich damit auf Kosten seines
untergebenen Staatsrates einen weißen Fuß. Chefsache? Die wäre
gewesen, seine Äußerungen öffentlich zurückzunehmen und sich beim
Präses zu entschuldigen. Seinem Staatsrat dagegen die Schuld in die
Schuhe zu schieben, ist erstens schäbig. Und zweitens eines Senators
in Bremen nicht würdig.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
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