Weser-Kurier:Über die Meyer-Werft schreibt Hans-Ulrich Brandt:

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Erst die Flucht in die Steueroase Luxemburg, um die
Mitbestimmung der Arbeitnehmer auszuhebeln, jetzt die fristlose
Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden aus fadenscheinigen Gründen –
die Papenburger Meyer-Werft zeigt in nur wenigen Wochen ihr wahres
Gesicht. Wer immer noch geglaubt hat, der Traditionsbetrieb an der
Ems sei ein kuscheliges Familienunternehmen, das auf eine faire und
gedeihliche Zusammenarbeit mit ihren etwa 5100 Beschäftigten Wert
legt, sieht sich jetzt endgültig getäuscht. Schon die
niedersächsische Landesregierung rieb sich die Augen, als sie aus den
Medien erfuhr, dass die Meyer-Werft ihre Holding nach Luxemburg
verlegt, um einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat zu umgehen. Nun
soll kurzerhand auch der gewählte oberste Vertreter der
Arbeitnehmerschaft kalt gestellt werden. Das ist einfach nur zynisch
für einen Betrieb, dessen Leitbild angeblich Werte wie
„Menschlichkeit, Zusammenarbeit und Zusammengehörigkeitsgefühl“ sein
sollen. Und der – Stichwort Landeshilfen und Emsvertiefung – immer
wieder nur durch üppige Steuermittel überhaupt in Papenburg überleben
konnte. Wer dafür Dankbarkeit erwartet hat, schläft jetzt schlecht.

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