Weser-Kurier:Über die Studie zu Sexualstraftaten in Bremen schreibt Ralf Michel:

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Niemand sollte sich große Hoffnungen machen: An den
Schwierigkeiten der Beweisführung bei Sexualstraftaten wird auch die
neue Studie zu Verfahrensabläufen und Verurteilungsquoten in Bremen
nichts ändern. Weiterhin werden die Aussagen der Opfer gegen die der
mutmaßlichen Täter stehen. Weiterhin wird es nur selten weitere
Zeugen geben. Und weiterhin wird der Versuch, die Täter vor Gericht
zu überführen, für die Opfer ein langer und peinigender Weg bleiben.
Aber wenn die Studie dazu führt, dass sich in Bremen nur eine einzige
vergewaltigte Frau weniger vor Gericht anhören muss, ihre Aussagen
seien lückenhaft und widersprüchlich, dann hat sich die Untersuchung
schon gelohnt. Denn in Bremen sinkt die Glaubwürdigkeit von Opfern
sexueller Straftaten bislang vor allem deshalb, weil ihre Aussagen
bei der Polizei nicht vernünftig protokolliert werden können. Weil es
an Aufnahmegeräten fehlt oder keine Schreibkraft verfügbar ist, die
das Aufgenommene anschließend abtippt. Es gibt so viele Gründe, warum
gerade diesen Opfern so selten Gerechtigkeit widerfährt. Aber dieser
hier ist einfach nur beschämend.

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Weser-Kurier
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