Weser-Kurier:Über die Syrien-Gespräche schreibt Thomas Spang:

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Der Zynismus lässt sich kaum mehr überbieten:
Während russische Kampfflugzeuge im Verbund mit der Luftwaffe Baschar
al-Assads Krankenhäuser in Aleppo bombardieren, baut Außenminister
Lawrow das diplomatische Äquivalent eines potemkinschen Dorfes auf.
Wäre es Moskau mit einer Feuerpause ernst, würden als Erstes die
Angriffe auf humanitäre Ziele eingestellt. Die Wahrheit ist, dass die
Russen nicht das geringste Interesse an einer diplomatischen Lösung
haben. Putins Frieden für Aleppo ist ein Friedhofsfrieden nach dem
Vorbild der tschetschenischen Trümmerwüste Grozny. Dass John Kerry
dieses Spiel mitmacht, ist entweder naiv oder selber zynisch. Indem
er diplomatischen Aktivismus entfaltet, erzeugt er den Eindruck,
etwas zu tun. Das nimmt den politischen Druck auf die USA weg, den
eigenen Kurs zu überdenken. Derweil schaffen das syrische Regime und
seine Garanten in Moskau tödliche Fakten. Die USA sollten ihre Zeit
nicht darauf verschwenden, Verhandlungen mit einem Partner zu führen,
dem der ernsthafte Wille fehlt, zu einer friedlichen Lösung zu
gelangen. Wer nur einen Moment daran zweifelt, muss sich die Frage
gefallen lassen, warum wohl der Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ auf
dem Weg ins Mittelmeer ist.

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