Weser-Kurier:Über die Zustände am Landgericht schreibt Jürgen Theiner:

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In Fachkreisen ist man sich einig: Der Zeitraum
zwischen Straftat und Ahndung muss möglichst kurz sein. Gerade bei
jugendlichen Delinquenten lässt sich sonst kein erzieherischer Effekt
erzielen. So weit die Theorie. Und die Bremer Praxis? Die jungen
Schläger, die 2013 am Hohentorsplatz brutal über vier Bauarbeiter
herfielen, haben bisher keinerlei Sanktion verspürt. Ihnen ist
systematisch beigebracht worden, dass sie den deutschen Rechtsstaat
nicht ernst nehmen müssen. Dieser Schaden ist irreparabel. Denn
selbst wenn sich das Landgericht 2017 doch noch zu Taten aufraffen
sollte, ist die polizeiliche Ermittlungsarbeit bereits teilweise
entwertet. Welcher Zeuge wird sich im dann vierten Jahr nach den
Ereignissen noch minutiös an den Hergang erinnern können? Clevere
Anwälte dürften sich das zunutze machen, und am Ende werden sich die
Opfer verhöhnt fühlen. Der Verdruss über solche Zustände ist in
Bremen bereits flächendeckend. Dass die Justiz des Stadtstaates ein
zahnloser Tiger sei, ist eine weitverbreitete Ansicht. Das krasse
Versagen gegenüber den Gewalttätern aus der Neustadt festigt diesen
Eindruck.

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