Weser-Kurier:Über Griechenland schreibt Mirjam Moll:

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Ein Drama

Das griechische Drama nimmt kein Ende, scheint es. Dabei läuft im
kommenden Jahr das dritte Hilfspaket aus. Bis dahin soll Hellas
wieder auf eigenen Beinen stehen, sich selbst am Kapitalmarkt
versorgen können. Doch der Weg dorthin ist noch weit. Schuld daran
trägt vor allem die Regierung. Sie windet sich wie ein Aal, wenn es
um die Umsetzung jener 140 Forderungen geht, die sie im Sommer 2015
selbst unterzeichnet hat. Die Reformen, die erst im Mai durchs
Parlament gebracht wurden, hätten schon vor Weihnachten unter Dach
und Fach sein sollen. Der griechische Staatsapparat ist trotz der
Kürzungen aufgedunsen, die Verwaltung lebt im vergangenen
Jahrhundert, Unternehmen stehen vor einem Urwald ohne Wegweiser.
Griechenland hat immer wieder die Chance bekommen, selbst Vorschläge
für Einsparungen zu machen – die Chance aber kaum genutzt. Dass die
Geldgeber beim dritten Hilfspaket nun nach Plan vorgehen und keine
Zugeständnisse machen wollen, ist nach der mittlerweile sechsjährigen
Tragödie nur verständlich. Ein viertes Hilfspaket will niemand seinen
Bürgern erklären müssen. Griechenland muss sich endlich selbst retten
– und zwar jetzt.

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