Weser-Kurier:Über Griechenland schreibt Moritz Döbler:

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Der Crash ist ausgeblieben. Die Nachricht, dass
Griechenland jetzt tatsächlich auf einen Bankrott zusteuert und die
Eurozone verlassen könnte, hat keine Katastrophe ausgelöst. Am Montag
haben die Börsenwerte deutscher Unternehmen zwar viele Milliarden
eingebüßt. Aber es hätte schlimmer kommen können – die Verluste
blieben überschaubar, gerade im Vergleich zu den Gewinnen der
Vorwoche. Die erste Lektion nach dem Chaos-Wochenende ist also: Für
die deutsche Wirtschaft hat das Szenario eines Grexit an Schrecken
verloren. Das dicke Ende kann noch kommen, aber zunächst atmete die
Wirtschaft durch. Politisch ist die Lage weniger überschaubar. Weder
ist klar, was aus der Eurozone als Währungsgemeinschaft wird, falls
sich das erste Mitglied verabschiedet. Noch ist klar, was aus
Griechenland wird. Eines ist aber sicher: Egal, wie die Bürger sich
bei dem Referendum entscheiden, die Europäische Union wird das Land
weiter unterstützen müssen, und damit ist Deutschland der maßgebliche
Akteur. Und es hilft nichts, die Griechen aus der Eurozone werfen zu
wollen. Politisch ist Europa zu einem Labor geworden, in dem ein
Versuch mit völlig ungewissem Ausgang stattfindet.

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