Weser-Kurier:Über Taufen von Flüchtlingen schreibt Alice Echtermann:

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Asylsuchende, die zum Christentum übertreten
möchten, sind für die Kirchen eine sehr heikle Angelegenheit. Die
evangelische wie die katholische Kirche behandeln das Thema mit
großer Vorsicht – und das ist auch gut so. Denn an erster Stelle
stehen die Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, um ihren
Glauben ausüben zu können. Viele haben Verwandte oder Freunde
zurückgelassen, die an ihrer Stelle leiden müssen, sollte die
Nachricht von der Konversion bis in ihre Heimat vordringen. Und das
ist im digitalen Zeitalter gar nicht so unwahrscheinlich. Die
Interessen der Betroffenen stellen Pastoren aber auch vor ein
Dilemma. Die Taufe darf nicht zu Asylzwecken instrumentalisiert
werden – andererseits drängt oft die Zeit, da bei der persönlichen
Anhörung im Asylverfahren die Taufbescheinigung bereits vorliegen
muss. Und wenn der Termin zu früh kommt, stellt sich die Frage, ob
ein Pastor die Taufe verweigern sollte, nur weil der Glaubenskurs von
sechs Monaten noch nicht komplett absolviert wurde. Die Antwort ist
recht einfach: Helfen zu wollen ist nicht nur menschlich, es ist auch
christlich.

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