Weser-Kurier:Über Werkverträge schreibt Silke Looden:

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Politik und Gewerkschaften wissen um die Not
osteuropäischer Arbeiter, die in deutschen Schlachthöfen schuften.
Selbst wenn sie den Mindestlohn bekommen, wird ihnen dieser häufig
durch Abgaben für Unterkunft oder Arbeitskleidung wieder genommen.
Billige Tricks in einem harten Geschäft. Daran wird auch die
inzwischen vierte Beratungsstelle für Beschäftigte in der
niedersächsischen Fleischindustrie nichts ändern. Was den Betroffenen
wirklich hilft, ist eine Änderung des
Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. Der Entwurf liegt vor, ist aber
weit von der Umsetzung entfernt. Zu groß sind die Widerstände in der
Wirtschaft. Natürlich muss es auch weiterhin Leiharbeit geben, um
Produktionsspitzen abzufangen. Wenn aber eine ganze Branche davon
lebt, möglichst viele Jobs an möglichst viele Werkvertragsfirmen zu
vergeben, um damit die Produktionskosten zu drücken, läuft etwas ganz
gehörig schief in diesem Land. Leiharbeit in der Fleischindustrie hat
System und verhindert reguläre Jobs nicht nur in Deutschland. Die
Politik muss endlich durchgreifen. Die bestehende Selbstverpflichtung
der Branche reicht offenbar nicht aus.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
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