Weser-Kurier: Zum Blitzmarathon schreibt Silke Hellwig:

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Autofahrer und Schüler haben offensichtlich etwas
gemein: Sobald die Augen einer Autoritätsperson erkennbar auf ihnen
ruhen, tun sie lammfromm. Kaum wendet sich der Blick ab, schlagen
manche über die Stränge. Insofern darf man sich fragen, ob sich der
gigantische Personalaufwand eines Blitzmarathons lohnt – zumal es
erklärtes Ziel ist, nicht etwa Einnahmen aus Bußgeldern zu
generieren. Das gelingt bekanntlich auch viel besser ohne Vorwarnung.
Nein, der Blitzmarathon soll vor allem der Aufklärung dienen. Das
macht in etwa so viel Sinn, wie Warnhinweise auf Zigarettenpäckchen:
Rauchern ist bekannt, dass es gesündere Gewohnheiten gibt; und
Autofahrer wissen, dass Tempolimits auch für sie gelten und Raserei
gefährlich werden kann. Das hält aber weder die einen noch die
anderen von ihrem Tun ab. Jeder Küchenpsychologe weiß warum: Mit
Verboten und Kontrollen kann man Menschen allenfalls dressieren, nur
Einsicht führt zu dauerhafter Veränderung. Daran mangelt es offenbar,
wenn ein Motorradfahrer wie 2014 bei einem Limit von 100
Stundenkilometern mit 238 Sachen unterwegs ist. Der Blitzmarathon
nutzt deshalb nicht viel, er schadet auch nicht. Man kann davon
ausgehen, dass herkömmliche Aufklärungs- und Imagekampagnen von der
und für die Polizei ähnlich wenig schaden oder nutzen. Dafür sind sie
meist ressourcenschonender.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
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