Weser-Kurier: Zum EU-Lateinamerika-Gipfel schreibt Mirjam Moll:

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Auf der Suche nach neuen Handelspartnern wendet
sich Europa nach Westen. Vielleicht zu spät. Denn längst buhlen auch
andere um die Gunst der Länder, die sie als Absatzmärkte für ihre
heimischen Produkte nutzen wollen. Zwar haben die EU-Staaten in ihrer
seit 16 Jahren währenden Partnerschaft bislang eine halbe Billion
Euro investiert. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Trotzdem tut die
Union bisher wenig dafür, sich die Freundschaft ihrer
lateinamerikanischen Partner zu erhalten. Sicher, man verhandelt über
Visafreiheit mit Peru und Kolumbien. Aber was diese Staaten
eigentlich von Europa erwarten, ist etwas ganz anderes: ein
Freihandelsabkommen nach dem Vorbild der Verträge, die Brüssel gerade
mit den USA und Kanada aushandelt. Nachdem nicht nur Bürger in der
Union ihre Sorge über das geplante TTIP-Abkommen mit den USA zum
Ausdruck gebracht haben, sondern im Europäischen Parlament ein
handfester Streit darüber ausgebrochen ist, will man in Brüssel
weitere Handelsprojekte dieser Art wohl vorerst vermeiden. Doch damit
überlässt die EU anderen das Feld, die mit attraktiveren Konditionen
aufwarten können. Dabei braucht Europa dringend neue Wachstumschancen
und Investoren – auch aus Lateinamerika.

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