Weser-Kurier: Zur Islamismus-Prävention schreibt Ralf Michel:

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Im Kampf gegen den radikalen Islamismus will
Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) eine nationale Präventionsstrategie
vorantreiben. Bei der nächsten Innenministerkonferenz im Juni in
Mainz möchte er seine Ressortkollegen von der Bedeutung dieser
Aufgabe überzeugen. Klingt gut, klingt richtig. Wäre da nicht schon
bei der Ankündigung des Vorhabens die mehrfache Betonung des
nationalen Charakters dieser Aufgabe. Im Klartext: Berlin soll
zahlen. Und wenn–s dann nichts wird mit der Finanzierung oder nur
viel zu wenig Sozialarbeiter eingestellt werden können, um junge
Menschen davon abzuhalten, zum extremistischen Islamismus
abzudriften, dann ist halt auch Berlin daran Schuld. Ein wenig
einfach macht er es sich schon, der Bremer Innensenator. Zu einfach.
Denn bislang hat Bremen kaum Konkretes vorzuweisen, wenn es um
Prävention in diesem Bereich geht. Nach langem Gerangel um
Zuständigkeiten wurde eine ressortübergreifende Lenkungsgruppe
eingesetzt, dann eine Expertenrunde gebildet. Viel Theorie, aber
wenig Praxis. Und die Sozialarbeiter der Beratungsstelle Kitab zahlt
auch der Bund. Wäre es nicht an der Zeit, selbst Pflöcke
einzuschlagen, statt nach Berlin zu schielen. Gerade jetzt, wo die
Koalitionsverhandlungen für die neue Landesregierung bevorstehen,
also Zeichen gesetzt werden können, für das, was Priorität hat in den
nächsten vier Jahren: Wir in Bremen haben nicht viel Geld, aber diese
Aufgabe ist uns wichtig. Wir in Bremen reden nicht nur von
Prävention, wir tun etwas dafür. Notfalls auch im Alleingang, wäre ja
schließlich nicht der erste Mal.

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Weser-Kurier
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