Weser-Kurier: Zur Zuwanderung nach Deutschland schreibt der Bremer WESER-KURIER:

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Man muss sich Sorgen machen, wenn man die vielen
Kommentare im Internet verfolgt: Von „Ausländern, die nur hierher
kommen, um Leistung zu beziehen“, ist die Rede. Von „Migranten, mit
denen man ja ohnehin schon genug Probleme hat in Deutschland“. Das
ist eine engstirnige Haltung – und sie entspricht nicht der Realität.
Ja, die Zuwanderungszahlen in die Bundesrepublik sind so hoch wie
lange nicht mehr. Aber das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
sagt klar: Viele Einwanderer sind jung und hochqualifiziert. Es sind
Studenten und Fachkräfte, die wir in der Bundesrepublik dringend
benötigen. Sogar aus Rumänien und Bulgarien kommen diese Fachkräfte –
was stehen diese Länder doch immer wieder in der Kritik, nur
„potenzielle Sozialschmarotzer“ ziehen zu lassen. Es stimmt schlicht
nicht. Fakt ist: Von der Mehrheit derer, die kommen, profitieren wir.
Natürlich dürfen wir nicht romantisieren und idealisieren. Natürlich
gibt es auch Einwanderer, die unseren Sozialstaat in Anspruch nehmen
wollen. Das kann und soll nicht wegdiskutiert werden. Deutschland
wird sich mit diesem Problem in Zukunft ernsthaft auseinandersetzen
müssen. Aber vor einer Dramatisierung der Zustände, vor
Gleichmacherei und Angst gegenüber allen „Fremden“ sei gewarnt.
Deutschland ist ein Einwanderungsland. Das sorgt für Vielfalt und
könnte in Zeiten eben jenes Fachkräftemangels enormen
wirtschaftlichen Nutzen bringen. Vielleicht können wir in dieser
Hinsicht von Nationen wie Kanada oder den USA lernen. Klar, die
historischen Entwicklungen dieser Länder sind ganz andere als die
unserer Republik. Natürlich gibt es auch dort jene, die fürchten, vom
Fremden erdrückt zu werden. Oft genug wird Einwanderung dort aber
auch als Kompliment angesehen: „Schaut her, wie viele in unser Land
wollen. Weil es uns gut geht. Weil sie unsere Werte teilen und sich
an der Gestaltung unserer Nation beteiligen wollen.“ Ein bisschen
davon sollten wir aufnehmen. Sehen wir hohe Einwanderungsraten doch
erst einmal als Kompliment an unser Land, das so gut durch die
Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen ist, das beliebt ist bei jungen
Leuten. Darauf können wir stolz sein.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
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