Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bloggern

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Es gibt Menschen, und die Mitarbeiter der
Pressestelle des Deutschen Bundestages gehören dazu, die legen Wert
auf die Feststellung, Blogger seien keine Journalisten. Dabei gibt
es Länder, wo sich nur Blogger überhaupt noch trauen, kritisch über
die Regierung, die Religion, Wirtschaftsbosse oder
Verbrechersyndikate zu schreiben. Ihr Schicksal darf uns nicht egal
sein. Gerade wurde in Bangladesch der vierte atheistische Blogger in
diesem Jahr ermordet. In Saudi Arabien ist Raif Badawi zu 1000
Stockschlägen und zehn Jahren Haft verurteilt. In China werden
regelmäßig Blogger in Haft gesteckt. Im Iran ist Hashem Shaabani 2014
wegen Kritik am Regime sogar hingerichtet worden. Und selbst der
Amerikaner Edward Snowden, dem alle Demokraten weltweit tiefe
Einblicke in die Überwachungspraktiken von Geheimdiensten verdanken,
ist nur deshalb frei, weil Moskau daraus, dass es ihm Schutz
gewährt, politischen Nutzen ziehen darf. Rechtlich ist die Lage klar.
Die UN-Menschenrechtserklärung gibt jedem das Recht auf
Meinungsfreiheit (Artikel 19) und Religionsfreiheit (18). Letzteres
schließt ein, sich als Atheist auch von jeder Religion loszusagen.
Es wird Zeit, dass die Staaten Mittel und Wege finden, diese Rechte
auch im Internet durchzusetzen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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