Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Anschlag in Dortmund

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Die beste Nachricht unter all den schlechten
ist, dass es den beiden Verletzten, dem Polizisten und dem
BVB-Spieler Marc Bartra, etwas besser geht. Auch die Solidarität, die
Besonnenheit der Fußballfans beider Vereine, aber auch das umsichtige
Verhalten der BVB-Verantwortlichen und der Polizei tun gut und sind
wichtig angesichts der ernsten Nachrichtenlage. Kurz vor Ostern
können wir nur erleichtert sein, dass nicht noch Schlimmeres in
Dortmund passiert ist. Auch dieser Anschlag zeigt, dass Terror zu
allem fähig ist. So ist die harte Wirklichkeit. Wenn man sich nur
überlegt, dass die Sprengsätze mit Metallstücken ausgestattet waren
und einen Wirkungsradius von etwa 100 Metern hatten, dann wird
deutlich, dass die BVB-Spieler am Dienstagabend nur knapp einer
Katastrophe entkommen sind. Offenbar hatten die Täter nur ein Ziel:
eine Tat zu begehen von größtmöglicher Öffentlichkeitswirkung mit
Opfern der Dortmunder Mannschaft – einem Bundesliga-Team aus der
Champions League, das in ganz Deutschland und darüber hinaus zu den
beliebtesten zählt. Wir werden uns leider mit Anschlägen noch Jahre
beschäftigen müssen. Das Schlimmste ist diesmal zum Glück nicht
passiert. Aber erneut stellen wir uns die Frage nach dem Warum. Auch
wenn es nun Hinweise gibt, dass es sich offenbar um einen
islamistischen Anschlag handelt, hilft das nicht wirklich weiter.
Vielmehr wird uns dadurch abermals bitter vor Augen geführt, was wir
leider schon seit Jahren wissen. 1. Es gibt keine absolute
Sicherheit. 2. Es kann immer und überall passieren. 3. Die Täter sind
zu allem bereit. Aber richtig ist auch, dass wir uns dem Terror nicht
beugen werden, auch nicht nach der Tat von Dortmund. Diese Form von
Gewalt wird eine Gesellschaft niemals besiegen können. Dass die
Fußballfans am Dienstag wütend waren, als sie von der Absage
erfuhren, ist verständlich. Dass sie gestern das Fußballspiel nicht
so unbeschwert genießen konnten, wie das sonst der Fall ist, auch das
ist nachzuvollziehen. Aber am Ende stehen diese Dinge in keinem
Verhältnis dazu, was alles hätte passieren können. Auch wenn es für
die Beteiligten – allen voran für die Spieler – sicher nicht leicht
war: Es ist richtig, dass die Begegnung bereits gestern nachgeholt
wurde, trotz des 2:3. Wenn die Tat wirklich auf das Konto von
Islamisten gehen sollte, muss die Frage nach dem Umgang mit eben
diesen gewaltbereiten Fanatikern dringender denn je auf die
politische Tagesordnung, auch und gerade vor der Wahl in
Nordrhein-Westfalen. Den Behörden sind etwa 200 islamistische
Gefährder in Deutschland bekannt. Es muss das Ziel sein, diese
tickenden Zeitbomben zu überwachen und – wenn möglich – festzusetzen
und zu überführen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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