Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Prozess gegen Holocaustleugnerin

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Muss man das wirklich noch ernst nehmen? Ja,
leider. Wer die Verhandlung gegen die notorische Holocaustleugnerin
Ursula Haverbeck aus Vlotho verfolgt hat, kann sich des Eindrucks
nicht erwehren, dass hier eine 87-Jährige mit ihren konfusen
Darbietungen der deutschen Justiz auf der Nase herumtanzt. Keines der
fünf vorangegangenen Urteile hat es vermocht, ihr Einhalt zu
gebieten. Zwei weitere Verhandlungen sind bereits terminiert. Auch
dort steht zu befürchten, dass Haverbeck die öffentliche Bühne für
ihre Provokationen weidlich ausnützen wird. Richterin Lena Böhm und
Oberstaatsanwalt Ralf Vetter war der Auftritt der Seniorin aus Vlotho
sichtlich unangenehm. Sie waren um ein rasches Ende des
unerträglichen Schauspiels bemüht. Vetter verwies sogar auf den
früheren SS-Mann Oskar Gröning (95), der sich anlässlich seines
Prozesses in Lüneburg von Haverbeck distanziert hatte. Auch
Ex-SS-Mann Reinhold Hanning (94) gestand im April vor dem Landgericht
Detmold: »Es wurden Menschen erschossen, vergast und verbrannt.«
Jeder vor Ort habe vom Massenmord in Auschwitz gewusst. Für
Unbelehrbare offenbar kein Argument.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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