Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu denÄußerungen von Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, zur Flüchtlingspolitik

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Politisch Verfolgte genießen Asylrecht. So steht
es im Grundgesetz. Das Problem ist nur, dass die wenigsten, die sich
in den vergangenen Monaten auf den Weg nach Europa gemacht haben, die
Möglichkeit bekommen, hier Asyl zu beantragen. Sie vertrauen
skrupellosen Schleusern, Tausende ertrinken im Mittelmeer. Die
Gleichgültigkeit der EU steht massiv in der Kritik. Sie sieht sich
jetzt zum Handeln verpflichtet, will mit militärischen Aktionen gegen
Menschenschmuggler vorgehen.

Falsch, meint die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen,
Annette Kurschus. Sie will Flüchtlingen legale Wege nach Europa
eröffnen. Sie sollen schon in Nordafrika Reisedokumente erhalten, um
in Europa Asyl beantragen zu können. Ein Pilotprojekt in Italien mit
einer begrenzten Anzahl Hilfesuchender soll Vorbild sein.

Kann das in großem Stil funktionieren? Wird dieses Angebot nicht
einen unkontrollierbaren Flüchtlingsstrom nach Europa auslösen? Wie
groß ist die Belastbarkeit des wohlhabenden Europa, während Länder
wie die Türkei und der Libanon ein Vielfaches an flüchtenden Menschen
aufgenommen haben? Diese Fragen rütteln an den Grundfesten der
vielzitierten »Wertegemeinschaft« Europa. Mit ihrem Vorschlag hat
Kurschus einen Nerv getroffen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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