Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Griechenland

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Die erbitterten Straßenschlachten als düstere
Begleitmusik zur Entscheidung des griechischen Parlamentes zeigen,
wie verzweifelt die Lage der Griechen wirklich ist. Athen hat keine
Zeit mehr. Umso wichtiger war es, dass auch die Geldgeber ihre
Zusagen einhalten und die Soforthilfe in Gang kommen kann. Von den
Milliarden, die die Euro-Zone locker gemacht hat, wird zwar kein
griechischer Bürger etwas haben – zumindest nicht direkt. Denn
zunächst werden die Begehrlichkeiten der Banken und des
Internationalen Währungsfonds (IWF) gestillt. Aber vielleicht
könnten schon am Montag die hellenischen Geldinstitute wieder
öffnen, wie es die Staatsmedien bereits gestern vermeldeten. Auch
das bringt zwar noch niemanden in Arbeit und Brot, aber es wäre –
nicht zuletzt für Tsipras – ein wichtiges Signal, dass die Normalität
wieder beginnt. Ein drittes Hilfspaket braucht mindestens vier
Wochen, ehe es beschlossen werden kann. Deutlich früher können die
Gelder aus den Fördertöpfen Brüssels fließen. Aber die müssen erst
für Projekte ausgeschrieben werden. Ehe man planen und genehmigen
kann, vergehen weitere Monate. Die Rettung Griechenlands soll jetzt
in Gang kommen. Doch bis sie sich spürbar auswirkt, wird es Winter.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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