Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Griechenland

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Griechenland ist noch nicht gerettet. Es scheint
nicht einmal sicher, dass dieser Durchbruch gelingt, wenn das dritte
Hilfspaket, das noch vor einigen Jahren niemand wollte, beschlossen
wird. Weil die Geldgeber längst das Vertrauen in die Reformfähigkeit
des Landes, vor allem aber der Regierung von Alexis Tsipras, verloren
haben. Das hat weder mit der Person noch seiner linken politischen
Herkunft zu tun. Aber der Berg der Herausforderungen, den
Griechenland auf dem Weg zu einer Sanierung bewältigen muss, ist
schier unüberwindbar. Natürlich geht es um einen Umbau des
Rentensystems, des Arbeitsmarktes, der Verwaltung. Aber vielmehr
noch muss sich die Einstellung zum Staat ändern, der nicht länger
eine Mischung aus Selbstbedienungsladen und Vollversorger sein kann.
Der aber auch kein Stolperstein für Investoren und Unternehmungsgeist
bleiben darf. Wie eine solche neue Mentalität, ein solcher Ruck für
Selbstverantwortung wachsen sollen, wenn die Regierung selbst nicht
von dem überzeugt ist, was sie da exekutiert, ist nicht erkennbar.
Die Geldgeber müssen Bedingungen und Auflagen aushandeln, als
Inspiratoren eignen sie sich nicht. Ob das wirklich reicht, um nicht
nur ein paar Wochen zu überleben, darf bezweifelt werden.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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