Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Pro-Erdogan-Demo

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Sonntag bekommt Recep Tayyip Erdogan eine
dringend notwendige Nachhilfestunde in Demokratie: Ohne Angst vor
Repressalien haben zu müssen dürfen in Deutschland Zigtausende
(Deutsch-) Türken demonstrieren – obwohl es der Mehrheit der
Deutschen überhaupt nicht passt, dass sie sich für einen Despoten
starkmachen. Für einen Mann, der 18 000 seiner Landsleute eingesperrt
hat und sie nun auch noch enteignet. Bis hin zu Politikern haben
manche in den vergangenen Tagen ein Verbot der Demonstration
gefordert. Doch so schwer das zu akzeptieren sein mag: Wenn wir hier
Demonstrationen unterbinden (was rechtlich kaum möglich ist),
stellen wir uns mit Erdogan auf eine Stufe. Eine Demokratie muss so
eine Demo ertragen können. Sie muss aber auch klarmachen, wo sie
steht. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Erdogans jüngste
Dreistigkeit, von Deutschland die Auslieferung von Gülen-Anhängern zu
fordern, nur mit ein paar moderaten Worten reagiert hat, ist nicht in
Ordnung. Flüchtlingsdeal hin oder her: Erdogan muss man auch mal auf
die Finger klopfen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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