Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Steinmeier

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Von Diplomatie ist keine Spur, wenn Frank-Walter
Steinmeier den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump einen
»Hassprediger« nennt. Damit mag er vielen Deutschen aus der Seele
sprechen, die den Wahlwahnsinn in den USA nicht verstehen können.
Aber in seiner Funktion als deutscher Außenminister muss Steinmeier
mehr Zurückhaltung wahren, um auch künftig außenpolitische Ziele in
den Vereinigten Staaten durchsetzen zu können. Wie peinlich es ist,
eine Beziehung zu kitten, nachdem viel Porzellan zu Bruch gegangen
ist, hat Boris Johnson gezeigt. Der Brexit-Befürworter polterte vor
dem britischen Referendum gegen EU und USA. Heute ist er britischer
Außenminister und muss die Scherben wieder aufsammeln. Steinmeier
scheint schon sicher zu sein, dass Demokratin Hillary Clinton das
Rennen um das mächtigste Amt der Welt macht. Aber das Ergebnis in
diesem unberechenbaren US-Wahlkampf steht noch lange nicht fest. Der
Außenminister sollte deshalb abwarten. Andernfalls ist die Tür ins
Weiße Haus verschlossen, falls am Ende Donald Trump dort sein
Klingelschild anbringt.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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