Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu „Studium statt Lehre“

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Deutschland braucht mehr Akademiker! Diese
Forderung, in früheren Jahren gebetsmühlenartig von der
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) erhoben, war
Berufspraktikern schon immer suspekt. Doch während die OECD
dazugelernt hat und das einzigartige duale Ausbildungssystem
mittlerweile in den höchsten Tönen lobt, hält der Zustrom an die
Hochschulen an. Geisteswissenschaftliche Fakultäten haben damit
begonnen, das Schreiben von Bewerbungen und das Vorbereiten auf
Einstellungsgespräche auf den Lehrplan zu setzen. Nicht mehr
Erkenntnisgewinn ist Studienziel, sondern »Employability«, wie
die Befähigung zum Eintritt ins Berufsleben akademisch-euphemistisch
genannt wird. Diese Entwicklung ist umso absurder, als immer mehr
Handwerker und Unternehmen keine Auszubildenden mehr finden. Dabei
ist eine Lehre noch immer der sicherste Weg ins Berufsleben. Wer
sich fortbildet oder auf einer breiten praktischen Grundlage
später doch noch ein Fachstudium aufnimmt, hat beste
Karrierechancen. Weltweit wird Deutschland um seine bestens
ausgebildeten Fachleute und Techniker beneidet. Das wird nicht mehr
lange der Fall sein, wenn der Akademisierungswahn ungebremst
weitergeht.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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