Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fleischkonsum

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Die vom WWF vorgeschlagene
Stickstoffüberschussabgabe ist ein sinnvolles Instrument für den
Umweltschutz, wenn das Geld nicht in Schäubles Haushalt fließt,
sondern in die Förderung von nachhaltigen Produktionsmethoden und
artgerechter Tierhaltung. Überdüngung ist ein ernsthaftes Problem
und Ergebnis einer Turbowirtschaft, in der es darum geht, möglichst
viel möglichst schnell zu produzieren. Eine solche Abgabe würde
allerdings neue Bürokratie schaffen – Stichwort Hoftorbilanz. Und sie
würde ein anderes, gravierendes Problem nicht lösen: Solange die
Deutschen hauptsächlich billig essen wollen und die
Lebensmittelriesen den Bauern keine fairen Preise für ihre Produkte
zahlen, würde eine Art »Fleischsteuer« den ruinösen Preiskampf nur
noch verschärfen und die Landwirte zu weiteren
Rationalisierungsmaßnahmen zwingen. Wir Verbraucher sind gefragt, wir
müssen unser Verhalten überdenken! Der Staat kann nachhelfen, nicht
indem er einen regelmäßigen Veggie day vorschreibt, sondern indem er
zum Beispiel den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Fleisch abschafft.
Das wäre keine Bevormundung, sondern ein Gebot der Vernunft. Es
könnte den übermäßigen Fleischkonsum abschwächen, der eine Belastung
für Gesundheit und Umwelt darstellt.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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