Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum möglichen Regierungswechsel in Thüringen

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Genau 25 Jahre nach dem Fall der Mauer wird ein
weiteres Tabu im Umgang mit den SED-Erben gebrochen. Die absehbare
Zustimmung der SPD zu einer rot-rot-grünen Koalition in Thüringen
unter Führung von Bodo Ramelow (Die Linke) ist ein Affront gegenüber
Hunderttausenden, die unter SED-Unrecht und Stasi-Terror gelitten
haben. Diese heute – außer in Gedenkstunden – kaum noch zählenden
Opfer müssen sich verhöhnt vorkommen. Der Partei Die Linke wird von
der SPD eine echte Machtoption bei der Bundestagswahl 2017 eröffnet.

Das ist das weitergehende Signal von Erfurt: Hier wird nicht nur,
wie im Falle des ersten grünen Ministerpräsidenten in
Baden-Württemberg, einer bisherigen Kleinpartei ein demokratisch
errungener Wahlerfolg zuteil, hier sind Honeckers Erben auf dem Weg
ins Vizekanzleramt. Noch mag es nicht so weit sein. Aber wer den
Anfängen wehren will, der darf es gar erst soweit kommen lassen.
Bislang hat die SPD Größe und Distanz gegenüber den Verlockungen von
Linksaußen bewiesen, jetzt scheint sie ihre eigenen historischen
Erfahrungen und (Todes)-Opfer zu vergessen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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