Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Pariser Abkommen

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Das folgenschwere Verhalten des mächtigsten
Mannes der Welt geht unvermindert weiter. Bis in die Pfingstfeiertage
reicht das Donnergrollen, das Donald Trump weltweit ausgelöst hat.
Der US-Präsident hat nicht nur dem Weltklima, der
Staatengemeinschaft, den Menschen insgesamt, sondern vor allem den
USA Schaden zugefügt. Sieben Folgen seiner weitreichenden
Entscheidung:

1.) Trump schickt die USA in die Vergangenheit. Der US-Präsident
ist offenbar einer der wenigen Menschen auf der Erde, der noch an
Kohle als Energieträger der Zukunft glaubt. Nicht mal Lobbyisten sind
dieser Meinung. Jeder weiß heutzutage, dass die Ressourcen knapp,
saubere Technologien gefragt und Arbeitsplätze im Bereich der
Erneuerbaren Energien die Zukunft sind.

2.) Die Folgen für die Zusammenarbeit mit anderen Ländern werden
gravierend sein, nicht nur in Klimafragen. Die USA ziehen sich als
Weltmacht mit globalem Gestaltungswillen zurück. Ausgerechnet
Klima-Sünder China gewinnt durch Trump weiter an Stärke.

3.) Die Vereinigten Staaten bilden jetzt in Sachen Klima ein
trauriges Trio mit Syrien und Nicaragua. Unternehmer,
Wissenschaftler, Politiker, Prominente und nicht zuletzt die Mehrheit
der Amerikaner selbst konnten Trumps Alleingang nicht stoppen und
wenden sich von ihm ab. Der Präsident hat mehr aufgekündigt als das
Abkommen von Paris. Wenn sich trotz Trumps Kündigung Teile der USA
weiterhin wie angekündigt an das Abkommen von Paris halten, wird sein
Rückzug aus dem Klimaschutz ad absurdum geführt.

4.) Die Frage lautet: Wer kann diesen Mann stoppen, damit nicht
noch mehr Schaden von ihm ausgeht? Antwort: Wahrscheinlich nur er
selbst. Jedoch kann die endgültige Demontage mit Rücktritt oder eine
Amtsenthebung aufgrund der Russland-Affäre dauern.

5.) So falsch das Handeln des US-Präsidenten auch ist: Das
Weltklima wird die Amtszeit von Donald Trump (regulär frühestens
2020) überstehen.

6.) Wenn selbst die sonst so besonnene Bundeskanzlerin sich von
Trump abwendet, spricht das Bände. »Nichts kann und wird uns
aufhalten.« Das sind große Worte von Angela Merkel. Sie muss die
Reihen zusammenhalten, wird sich an diesem Satz messen lassen müssen.
Deutschland allein wird den Klimawandel nicht stoppen können. Die
Staaten müssen jetzt mehr tun, um die Ziele von Paris zu erreichen.

7.) Was bedeutet das innenpolitisch? Auch wenn Angela Merkel sich
Trumps Rückzug sicher nicht gewünscht hat: Sie ist wieder
Klima-Kanzlerin und ihrer Wiederwahl im Herbst indirekt und
unfreiwillig ein Stück näher gekommen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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