Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Roaming

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Diese klare Sprache wünscht man sich von
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker öfter. Die Mahnung für
die beiden Kommissare Günther Oettinger und Andrus Ansip kommt fast
einer Abmahnung gleich. Dabei geht es auf den ersten Blick »nur« um
die sogenannten Roaminggebühren, also die Auslandszuschläge für
mobiles Internet, Telefon und SMS. Sie sind ärgerlich, aber nach
einigen Senkungsrunden nicht mehr ruinös. Doch Juncker weiß, dass er
vorsichtig sein muss. Es genügt nicht, dass Europa gut für die
Wirtschaft und für die Landwirtschaft ist; Brüssel muss auch, um
nicht weiter an Zustimmung zu verlieren, den Bürgern – und das heißt
im wirtschaftlichen Zusammenhang: den Verbrauchern – etwas bieten. Es
ist für die Bürger nicht einzusehen, warum Automobile, Fleisch und
andere Waren die innereuropäischen Grenzen zollfrei passieren dürfen,
der Handykunde aber in gleicher Situation zur Kasse gebeten wird.
Nachdem die komplette Abschaffung der Roaminggebühren schon konkret
für 2017 versprochen war, ist das Verhalten von Oettinger und Ansip
schwer verständlich. Juncker muss man allerdings die Frage stellen,
ob er nicht die Veröffentlichung des 90-Tage-Modells hätte verhindern
können. Nun sollte der richtige Entwurf nicht lange auf sich warten
lassen. Eine halbe Sache mit Einschränkungen und Hintertürchen kann
es jetzt nicht mehr geben – auch nicht im Kleingedruckten.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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