Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Terror

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In der Geisterstadt Brüssel gärt es. Zu
drastisch sind die Einschränkungen für die Menschen, als dass nicht
mit jedem Tag lauter die Frage gestellt wird: Wie konnte es so weit
kommen? Doch es geht nicht allein um diese Stadt. Das Etikett
»Dschihadistenhochburg« passt auf so viele Brennpunkte, von denen man
jahrelang wusste, Abhilfe versprach, aber diese dann doch immer
wieder vergaß. Im Schatten einer hochmodernen Metropole wuchs eine
Generation junger Menschen heran, die keine Perspektive, keinen Job,
keine Ausbildung, keine Zukunft hatte – und die deshalb empfänglich
wurde für radikale Botschaften.

Diese Entwicklung allein mit mangelnder Integration zu begründen,
führt in die Irre. Weil es nicht allein um Zuwanderer geht. Die
Attentäter von Paris, die in Belgien lebten, wurden auch nicht im
Gefängnis radikalisiert, sondern vor ihrer Haustüre.

Es fällt leicht, den Verantwortlichen von Brüssel Versagen
vorzuwerfen – nicht zuletzt deshalb, weil der meistgesuchte Terrorist
noch nicht gefasst wurde.

Bei den jetzt verhafteten 21 Verdächtigen handelt es sich
ausnahmslos um junge Menschen, die nichts von dem hatten, was man
üblicherweise Zukunft nennt. Die Sicherheit von morgen fängt heute
an, indem man diese jungen Leute nicht länger übersieht.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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