Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt Bielefeld zum Thema Forderung nach Islamgesetz

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Mit einem Islamgesetz will CSU-Generalsekretär
Andreas Scheuer die Integration von Muslimen vorantreiben und eine
mögliche Radikalisierung verhindern. Deutsch müsse die Sprache der
Moscheen sein. Alle Imame sollten in Deutschland ausgebildet werden
und die hiesigen Grundwerte teilen. Deutsch als »religiöse
Amtssprache« ist kein Allheilmittel gegen Extremismus. Ein Beispiel
ist Pierre Vogel. Der Konvertit aus Frechen gilt als einer der
einflussreichsten hiesigen Salafisten, der seine Hasspredigten auch
auf Deutsch verbreitet. Weder in der katholischen Kirche noch in
Synagogen wird ausschließlich auf Deutsch gepredigt. Messen
christlich-orthodoxer Glaubensgemeinschaften, etwa aus Syrien oder
Russland, werden in den jeweiligen Landessprachen gehalten. Auch
sie müssten dann auf die »Amtssprache« Deutsch umstellen. Mit den
Umfragewerten der AfD im Nacken sind Scheuers Forderungen wohl eher
populistisches Geschrei als ein ernstzunehmender Gesetzesvorschlag.
Die Entscheidung, welcher Imam, Pfarrer oder Rabbi eingestellt
werden soll, trifft die jeweilige Gemeinde, nicht der Staat. Zumal
der Ruf nach Ausbildungsmöglichkeiten für Imame in Deutschland nicht
neu ist. Vier Lehrstühle für Islamische Theologie existieren
bereits.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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