Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema „Rentner in Minijobs“

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Immer mehr Rentner haben einen Minijob. Ist das
gut oder schlecht? Der Sozialverband VdK schlägt reflexartig Alarm.
Das kann nur Ausdruck wachsender Altersarmut sein, lautet sein
Urteil. Dabei gibt es für diese Behauptung keine seriösen Belege.
Tatsache hingegen ist, dass die Armutsquote bei Rentnern zu den
niedrigsten unter allen Bevölkerungsgruppen zählt. Ganz anders als
etwa bei allein erziehenden Müttern und Vätern, die besonders häufig
von Hartz IV betroffen sind. Das schließt nicht aus, dass manche
Senioren tatsächlich einen Minijob benötigen, um finanziell über die
Runden zu kommen. Es spricht aber auch einiges dafür, dass ein
erheblicher Teil der Älteren sich schlicht zu jung dafür fühlt, den
ganzen Tag auf dem Sofa zu verbringen. Die Gefahren der Altersarmut
sollen damit nicht klein geredet werden. Das Rentenniveau sinkt, und
in Zukunft werden auch immer mehr Menschen ins Seniorenalter kommen,
die längere Zeit arbeitslos waren, was sich erheblich auf das
Auskommen im Alter auswirken kann. Düstere Szenarien im Hinblick auf
die heutige Rentnergeneration zu beschwören, geht jedoch an der
Wirklichkeit vorbei. Man kann sich auch darüber freuen, dass immer
mehr Senioren ein paar Stunden in der Woche jobben.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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