Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Beziehung zwischen der Pharmaindustrie und derÄrzteschaft

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Die 29 Prozent der Ärzte, die damit
einverstanden waren, dass ihre finanziellen Zuwendungen seitens der
Pharmaindustrie veröffentlicht werden, sind uneingeschränkt zu loben.
Geheimniskrämerei leistet Misstrauen Vorschub, Transparenz wirkt ihm
entgegen. Grundsätzlich gilt: Konzerne dürfen Mediziner bei
Kongressen in First-Class-Hotels unterbringen und verwöhnen. Aber
gut verdienende Ärzte müssen das ja nicht akzeptieren, sondern können
die Reisekosten auch selbst bezahlen. Völlig inakzeptabel ist,
dass Mediziner »Anwendungsbeobachtungen« zustimmen. Sie bekommen von
einer Firma dafür Geld, dass sie Patienten bereits erhältliche
Medikamente verschreiben und dann etwaige Nebenwirkungen
protokollieren. »Anwendungsbeobachtungen sind methodisch unsauber und
sollte es in dieser Form nicht geben«, sagt der
Gesundheitswissenschaftler Oliver Razum völlig zu Recht. Sie sind
auch moralisch verwerflich. Hier drängt die Industrie Ärzten unter
dem Deckmantel, Erkenntnisse zu sammeln, Medikamente regelrecht auf.
Ärzte werden gekauft. Wer dabei mitmacht, sollte über sein
Selbstverständnis als Arzt neu nachdenken.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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