Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur geplanten Rentenerhöhung 2016

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Auch wenn es sich nur um vorläufige Schätzungen
handelt: Die Rentner in Deutschland dürfen sich auf einen kräftigen
Schluck aus der Pulle im kommenden Jahr freuen. Gut und gerne vier
Prozent mehr Geld im Westen – da möchte man glatt die Korken knallen
lassen. Doch bei nüchterner Betrachtung der Rentenkasse ist nicht
Sekt angesagt, sondern Selters. Zum einen ist die kräftige Erhöhung
ist ja nur möglich, weil die Hochkonjunkturphase und statistische
Sondereffekte zusammentreffen. Ein Teil der Rentenerhöhung wäre
streng genommen schon in diesem Jahr fällig gewesen und wird jetzt
nur nachgeholt. Zum anderen ändert sich ja nichts an der
demografischen Entwicklung. Trotz Rente mit 67 wird die gesetzliche
Altersvorsorge von Jahr zur Jahr schmaler ausfallen. Erreichte die
Netto-Rente vor 30 Jahren noch 57 Prozent des Durchschnittsentgelts,
so sind es heute schon weniger als 50 Prozent. Bis zum Jahr 2030
könnte das Niveau sogar auf 43 Prozent sinken. Die Versorgungslücke
wächst zusehends – und die private Vorsorge wird durch das
unnatürlich niedrige Zinsniveau seit Jahren massiv erschwert. Eines
ist also sicher: Die Rente wird auch in Zukunft mehr Anlass zum
Ärgern als zur Freude geben.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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