Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Notaufnahme

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Bereits Kindern wird früh eingebläut: Im Notfall
die 112 wählen oder direkt ins Krankenhaus. Aber was zeichnet einen
Notfall im medizinischen Sinne aus, und wann ist es nur ein
Schnupfen? Das vermag der normale Bürger kaum einzuordnen, erst recht
nicht, wenn er unter akuten Schmerzen leidet oder die Sorge um ein
Familienmitglied steigt. Der Weg ins Krankenhaus scheint da
alternativlos. Gerade dann, wenn man als gesetzlich Versicherter auf
einen Termin beim Haus- oder Facharzt in vier Wochen vertröstet wird
oder im Wartezimmer ausharren soll. Das zerstört das Vertrauen in die
Mediziner und löst eine fatale Reaktionskette aus: Mehr Menschen in
der Notaufnahme bedeuten mehr Diagnose-Arbeit und Organisation. Der
Stresspegel steigt und damit die Gefahr, schwerwiegende Fehler zu
begehen. Portalpraxen als erste Anlaufstelle für Patienten
einzurichten, könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein, um
die Situation zu entschärfen. An den individuellen Beschwerden ändert
das jedoch nichts. Deshalb ist Aufklärungsarbeit gefragt: über
Alternativen wie Notfallpraxen oder den ärztlichen Notruf (116117).

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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