Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Pro-Erdogan-Demonstration

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Was der türkische Präsident Erdogan in seinem
Land betreibt, betrifft Deutschland unmittelbar – weil hier laut
offiziellem Mikrozensus etwa drei Millionen türkischstämmige Menschen
leben, mehr als die Hälfte davon in NRW.

Bei der vorigen Wahl zum türkischen Parlament bekam Erdogans
Partei 49,5 Prozent der Stimmen. Die in Deutschland lebenden Türken
votierten sogar zu 59,7 Prozent für die AKP. Das ist der höchste Wert
in Europa. Diese Zahlen machen deutlich, welchen Einfluss Erdogan auf
seine Landsleute bei uns hat.

Mit ihrer Mahnung an die Türken in NRW, am Sonntag in Köln nicht
zu überziehen, geht Hannelore Kraft durchaus ein Risiko ein. Der
Ankündigung der Ministerpräsidentin, dass der Staat gegen Verstöße
rigoros vorgehen werde, müssten im Ernstfall Taten folgen. Wenn es zu
Übergriffen oder Ausschreitungen kommen sollte, wäre die Polizei mehr
gefordert als sonst – weil die Politik verbal vorgelegt hat.
Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut: Aber eine
Pro-Erdogan-Kundgebung dürfte in Deutschland niemals stattfinden.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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