Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Rente

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Eines ist sicher: Die Rentenkasse füllt sich
nicht von alleine. Daran zu erinnern, ist dennoch schon nicht ganz
einfach. Noch schwieriger ist es, über die Konsequenzen, die aus dem
Satz folgen, öffentlich nachzudenken. Am schwierigsten aber ist es,
als Politiker der Versuchung zu widerstehen, aus diesem Thema mit
vermeintlich einfachen Lösungen Kapital zu schlagen. In
Wahlkampfzeiten ist das unmöglich. Deshalb muss die Koalition alles
daran setzen, sich noch im Herbst auf eine Rentenreform zu einigen.
Dass es Nachbesserungsbedarf gibt, liegt auf der Hand. Das »Geschenk«
der Koalition, die Senkung des Renteneintrittsalters auf 63 Jahre,
war aktuell nur bezahlbar, weil die Arbeitslosigkeit niedrig ist.
Die Langzeitfolgen sind fatal. Schon mittelfristig muss, unabhängig
von etwaigen Verbesserungen bei Kleinstrenten, länger gearbeitet
werden. Ansonsten steigt der Beitragssatz für jene, die für die
Rente aufkommen, auf ein Niveau, das Jobs kostet. Es gibt traurige
Fälle von Menschen, die ohne Verschulden mehrfach arbeitslos wurden
und denen im Alter ein Leben in Armut droht. Ihre Zahl ist nicht so
hoch, dass das Problem unlösbar wäre.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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