Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur»Tagesschau«-App

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Zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern und
den Zeitungsverlagen herrscht keine Waffengleichheit. Die einen
müssen sich keine Sorgen um ihre Finanzen machen, denn sie werden von
den Zuschauern per Zwangsabgabe gemästet. Die anderen dagegen stehen
in einem knallharten Wettbewerb und müssen um jeden Leser kämpfen.
Vor diesem Hintergrund ist die Absage des Bundesgerichtshofes an die
»Tagesschau«-App eine notwendige Klarstellung. Mit Angeboten im
Internet, die Zeitungsartikeln ähneln, wildert die ARD unzulässig in
Revieren, in denen sie nichts zu suchen hat. Hinzu kommt der
finanzielle Aspekt: Die »Tagesschau«- App kostet die ARD nichts,
Verlage müssten dagegen ordentlich Geld in die Hand nehmen, um
Konkurrenzprodukte aufzulegen. Die ARD hat Kunstwerke gesammelt,
unterhält Orchester, tritt als Konzertveranstalter auf und macht Geld
mit Merchandisingartikeln zu erfolgreichen Formaten wie der »Sendung
mit der Maus«. Anstatt sich aufs Fernseh- und Radioprogramm zu
konzentrieren und das Geld hier zu investieren, ist die ARD zu einer
Krake geworden, die mit ihren Armen überall hingreift. Die
presseähnliche »Tagesschau«-App ist so ein Arm. Höchste Zeit, dass
Richter dem Senderverbund diesen Arm abhacken.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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