Westfalen-Blatt: Das WESTFLAEN-BLATT (Bielefeld) zum Rücktritt von Wolfgang Niersbach

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»Sommermärchen bleibt Sommermärchen, aber krumme
Geschäfte bleiben auch krumme Geschäfte«, sagte gestern Thomas
Oppermann, der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, zum Rücktritt
von Wolfgang Niersbach. Mehr, als dass sich der DFB-Boss aus der
Fifa-Schusslinie begeben hat, ist aber nicht passiert. Die Fragen,
die sich aus der ersten Geschichte im »Spiegel« und den folgenden
Schmutz-Scharmützeln zwischen
Niersbach/Zwanziger/Beckenbauer/Netzer/Radmann ergeben haben, sind
nicht mal im Ansatz beantwortet. Der DFB steckt weiter tief in der
Glaubwürdigkeitskrise. Jener Verband also, der vor der Demission
Niersbachs meinte, die Fußballwelt missionieren zu können. Und der
allen Ernstes mit der Aufklärung der WM-Affäre 2006 eine Kanzlei
beauftragt hat, die in Verbindungen zum ehemaligen Fifa-Funktionär
Mohamed bin Hammam und zum Staat Katar stehen soll. Der weltgrößte
Sportverband hat sich in der Aufklärung derart im schlechtesten
Sinne des Wortes amateurhaft verhalten. Schlimmer kann es nicht
werden. Und wer soll den Verband aus dem Sumpf ziehen? Alle jetzt
handelnden Personen sind im System DFB groß geworden, waren
Nutznießer dieses Systems. Der Rücktritt Niersbachs war nur der erste
Schritt zur Erneuerung. Um den DFB auszumisten, werden viele weitere
folgen müssen. Keine Frage.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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