Westfalen-Blatt: zu Betriebspraktika für Lehrer

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Gerhard Schröder nannte sie einst »faule Säcke«.
Und sowieso meint jeder zu wissen, was Lehrer so tun oder auch mal
nicht tun. Schließlich haben wir alle viele Jahre selbst auf der
Schule verbracht und dürfen den Lehrbetrieb, sofern wir Kinder haben,
später erneut aus der Ferne verfolgen. Wenn Mittelstandspräsident
Mario Ohoven die Lehrer jetzt in den Schulferien in die Betriebe
schicken will, dann weiß man zunächst nicht, ob das ein ernsthafter
Vorschlag sein soll oder nur ein Affront gegen die mit vermeintlich
viel zu vielen Ferienwochen gesegneten Pädagogen. Deshalb sollte
Herr Ohoven vielleicht einmal selbst in die Schulen gehen und sich
anschauen, wie Lehrer mit Inklusion, Flüchtlingsklassen und anderen
Herausforderungen fertig werden. Zugute halten kann man ihm
allerdings, dass er ein wichtiges Thema (wenn auch auf unnötig
polternde Art) in die Diskussion gebracht hat. Wie
realitätstauglich ist die Schulbildung? Wie kann der Praxisschock
nach Jahren der Theorie gemildert werden? Diese Fragen gilt es zu
stellen. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Schulen darauf
bereits Antworten geben, dort viel gemacht wird, um Schüler auf den
Beruf vorzubereiten. Aber bei allem Bemühen: Lasst die Schulen auch
mal zur Ruhe kommen!

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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